Millionen Euro für Prävention
Landesregierung förderte 1100 Initiativen zur Kriminalitätsvorbeugung
„Vorbeugen ist besser als Heilen“. Nach dieser alten Volksweisheit haben sich 170 Lehrer von neun Schulen in Schwerin drei Schulhalbjahre lang mit verschiedenen Gewaltphänomenen auseinandergesetzt. In dem Projekt „Prävention macht Schule“ behandelten Pädagogen in Kursen und Seminaren Themen wie Konfliktmanagement, Rechtsfragen, Waffen, Drogen und verfassungsfeindlichen Kennzeichen. Nach der erfolgreichen Pilotphase, die in diesen Tagen abschloss, wird das Projekt auf das ganze Bundesland ausgedehnt.
Nach Angaben aus dem Innenministerium wurden in den letzten zehn Jahren mehr als 1100 solcher Präventionsprojekte mit insgesamt drei Millionen Euro durch die Landesregierung unterstützt. Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der zugleich auch Vorsitzender des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung ist: „Als besonders effektiv haben sich die Projekte erwiesen, die gemeinsam mit Schulen geplant und durchgeführt wurden, zum Beispiel die vielen Projekte zur Ausbildung von Schüler-Konfliktschlichtern.“ Als erfolgreich schätzt der CDU-Politiker auch die vielen Projekte unter dem Motto „Sport statt Gewalt“ sowie die Aktionen gegen Vandalismus, zum Beispiel das von Schwerin aus agierende „Vanda-Mobil“ ein.
Durchschnittlich gehen in der Geschäftsstelle des Landesrates im Innenministerium jährlich zwischen 130 und 150 Anträge ein, von denen letztlich etwa 100 gefördert werden können. In diesem Jahr stehen dafür insgesamt 326300 Euro zur Verfügung. Wirklich verlässliche statistische Kriterien für den Erfolg von Präventionsarbeit gibt es nicht. „Niemand kann jene Straftaten erfassen, die nicht begangen werden, weil vielleicht die potenziellen Täter durch Präventionsangebote davon abgehalten werden“, räumt Innenminister Caffier ein.
Internationale Studien würden allerdings deutlich einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen langfristiger Präventionsarbeit und dem Rückgang von Gewalt und Kriminalität belegen. „Auch bei uns in Deutschland ist diese Tatsache bereits seit vielen Jahren in Fachkreisen unumstritten“, betont der Minister. Seiner Auffassung nach ist der spürbare Rückgang der Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren auch ein Verdienst der Präventionsarbeit und „all jener ist, die sich Tag für Tag, oft ehrenamtlich, in Projekten engagieren“. Wenn jemand eine Idee für ein Präventionsprojekt hat, Förderrichtlinie und Antragsformular findet er auf der Internetseite www.kriminalpraevention-mv.de. Bei Fragen gibt es unter (0385) 588 2487 Auskunft.
Autor: Thomas Volgmann